
Dr. rer. nat. Dorothee Knell
Zeitgenössische Künstlerin
Mein Weg der Kunst in die Freiheit!
Meine Kunst ist aus einem langen Lebensweg entstanden – zwischen Verantwortung, Verlust und der Freiheit, einen neuen Anfang zu wagen.
Immer stand der Mensch im Mittelpunkt. Meine künstlerischen Arbeiten waren nie losgelöst vom Leben.
Am Anfang versuchte ich, Stimmungen und Atmosphären einzufangen. Später begann ich, Geschichten aus meinem eigenen Leben bildnerisch zu erzählen.
Über zwanzig Jahre lebte ich in der Spannung zwischen Verantwortung und Enge. Ich hielt eine Familientradition aufrecht und führte eine kleine, wunderschöne Apotheke in vierter Generation – den „Pelikan“ in Düsseldorf – durch die schwierigen Zeiten der Gesundheitsreformen. Sie war ein Ort der Begegnung und ein sozialer Treffpunkt im Stadtteil Unterbilk. Viele Menschen im Viertel fühlten sich über Generationen mit dieser Apotheke verbunden.
Da es keinen Nachfolger aus der Familie gab, entschied ich mich, 2015 die Apotheke abzugeben, um mich stärker der Kunst widmen zu können. Mit dieser Entscheidung begann jedoch eine Zeit intensiver Auseinandersetzungen. Ich geriet in Konflikte mit Abhängigkeiten, Machtstrukturen und einem kaum überschaubaren bürokratischen Wahnsinn. Außerdem drängten große Apothekenstrukturen in den Stadtteil – und aus Verantwortung wurde Kampf. Hier entstanden die 4 Bilder des Kampfes um den Pelikan. Auf diese Schlüsselwerke gehe ich unter der Rubrik "Einblicke" näher ein.
Hinweis hierzu:
Die dargestellen Arbeiten und Begleittexte sind Teil einer persönlich künstlerischen Auseinandersetzung mit eigenen Erlebnissen. Sie stellen keine journalistische Berichterstattung oder vollständige Dokumentation dar. Soweit auf Presseberichte verwiesen wir, dienen diese der Einordnung des historischen Hintergrunds.
Als ich erkannte, dass ich diesen Weg nicht weitergehen wollte, ließ ich los. Im März 2020 wurde der „Pelikan“ endgültig geschlossen. Pünktlich zu Corona.
Kurz darauf, im Juni 2022, verlor ich meinen besten und engsten Freund. Dies war mit Abstand der schlimmste Tag meines Lebens.
Der Schock saß tief. Ich versuchte, Ablenkung und Verarbeitung mit der Malerei zu finden. Ich schnitzte meine erste Holzfigur.
Es entstanden Bilder mit Acryl und Bitumen, aber auch abstrakte Bilder mit dem Versuch, wieder Farbe in mein Leben zu bekommen.
Heute sehe ich meine Kunst als einen Ort der Suche und des Insichgehens, der Befreiung und der Verarbeitung der Geschehnisse. Farbe darf wieder leuchten.
Und ein neues Logo habe ich auch: einen Stern. Ein Symbol für innere Freiheit und für einen neuen Anfang – für die Entscheidung, nach vielen Jahren der Verantwortung, meinem eigenen Weg zu folgen.
Meine Arbeiten laden dazu ein innezuhalten, sich zu verlieren in der Vielfalt der Formen und Farben und vielleicht auch, seine eigenen Geschichten zu entdecken.
Farbe und Fühlen
Zum Werk von Dr. Dorothee Knell
Dr. Gerhard Charles Rump über Dr. Dorothee Knell (August 2017, Kunsthistoriker)
Die Vielfalt ihrer ästhetischer Gestaltungsmöglichkeiten ist immer wieder faszinierend. Natürlich liegt hinter dieser so vielfältig präsentierenden Oberfläche immer der eine, universale Wille zum künstlerischen Ausdruck, der im Laufe des Zivilisationsprozesses ganz offenbar zu einer wichtigen menschlichen Antriebsfeder geworden ist. Wir wissen ja, dass schon zu Zeiten der Höhlenmenschen eine hochentwickelte Kunst existiert hat – und das in Zeiten, in denen die wirtschaftliche Entwicklung eher danieder lag. Fazit: man kann sagen, dass Kunst wichtiger ist als Wirtschaft. So frivol das klingen mag, hat es einiges für sich.
Wir haben auch in unseren westlichen Zivilisationen einen großen Anteil von Menschen, die kreativ arbeiten. Kreativ im Sinne eines Herangehens an eine künstlerische Weltbewältigung, die zu sehr vielen, hoch interessanten künstlerischen Werken und Oeuvres führt. Bei den Künstler-Oeuvres unterscheidet man zwei Haupt-Typen: das geschlossene und das offene.
Das geschlossene Werk bleibt sich phänotypisch stets treu, Früh- und Spätwerk liegen stilistisch und konzeptuell nicht weit auseinander.
Das offene Oeuvre besitzt, in der Gesamtheit, oft aber auch im Einzelwerk, Ähnlichkeiten mit dem, was Umberto Eco in seinem Buch „L’opera aperta“ beschrieben hat: Mehrdimensionale Lesbarkeit als Reaktion auf die Einsicht, dass man alles in der menschlichen geistigen Tätigkeit als ein non-finito begreifen kann, als etwas in einem Prozess Befindliches, noch zu Vollendendes begreifen kann.
Dorothee Knell schafft ein Oeuvre, das ein breiten Zugang zu den Dingen hat, und dem zweiten Typ entspricht, weil durchaus unterschiedliche Gestaltungstechniken zum Tragen kommen.
Eines der wichtigsten Elemente ist, dass die Umriss-Linie und die Farbfeldgestaltung nicht deckungsgleich sind. Der Kontur ist keine Grenze von Farbe, sondern – vor allem, wenn farblich konkretisiert – ein gleichsam autonom figurierendes, sinnlich aufgeladenes Bildelement; die Farbflächen tendieren weg von der Lokalfarbigkeit und hin zu einem variablen Chiaroscuro mit lyrischen und dramatischen Übergängen.
Motivisch an der Lebenswelt orientiert, ergibt sich ein spielerisches Panorama der conditio humana, und wir alle wissen, das Spiel eine ernste Sache ist. Natürlich liegt das auch an der energischen Leichtigkeit, mit der der Pinselstrich, auch wenn er fragmentarisch und oft sparsam ist, Bilder heraufbeschwört.
Was so mühelos wirkt, ist ein Konzentrat bildlicher Erfahrung, auch historischer Art. Das hat nichts mit Kontrafaktur oder Zitat zu tun, viel aber mit mit dem Geist von historischen Vorlagen, der durch die Bildstruktur schimmert und im Betrachter – wie eine Seelenharfe – Erinnerungen anklingen lässt.
Bisweilen sprechen die Bilder im autonomen, im abstrakten Idiom und meinen nur sich selbst. Das ist kein Selbstgespräch, sondern ein Dialog averbaler Natur: Bildkommunikation verlässt das Reich der Semantik und erkundet die Welt von Stimmungen und Gefühlen, der reine ästhetische Klang regiert, die Anmutung setzt sich die Krone auf!
Vita
1963
in Düsseldorf geboren und aufgewachsen
1982–1988
Pharmazie Studium in Düsseldorf und Freiburg
1988–1993
Promotion in der Pharmazie und Lebensmittelchemie in München
1993–1995
Löwen Apotheke in München
1995–2015
Inhaberin der Pelikan Apotheke in Düsseldorf
2006–2014
Freie Kunstakademie Rhein / Ruhr bei Veit Johannes Stratmann in Krefeld
Freie Kunstakademie HBK Essen bei Prof. Stephan Paul Schneider
Freie Akademie für Malerei bei Jens Kilian in Reisholz (FAfM), künstlerisches Jahr
Kulturforum Alte Post in Neuss, Aktmalerei bei Herrn Ulrich Schmidt
seit 2015
Freischaffende Künstlerin
2015
Kunststudium bei Matthias Kroth an der Europäischen Kunstakademie in Trier
2017/2018
Studiengang bei Rosa Loy an der Kunstakademie in Bad Reichenhall, „Mut zur Schönheit“
2018-heute
Ausstellungen auf Sylt (Art 3000 in List), München (Galerie K-57), Berlin (Einzelausstellung in Schloss Charlottenburg), Bad Reichenhall und auf Mallorca. (siehe "Events")
Außerdem Teilnahme an mehreren Seminaren an den freien Kunstakademien:
Kunstakademie Bad Reichenhall, Manuel und Tobias Gruber (Bronze Arbeiten)
Kunstakademie im Allgäu, Matthias Kroth
Akademie der Bildenden Künste an der alten Spinnerei in Kolbermoor, Prof. Jo Bukowski, Matthias Kroth
Kunstakademie Eigenart in Bad Heilbrunn, Caroline Weiss, Susanne Kirsch
Aus dem Atelier
Die neuesten Einblicke aus meinem kreativen Alltag und Atelier von @dorotheeknell